“Wenn ein Messwert zum Ziel wird, hört er auf, ein guter Messwert zu sein.”
Sprich: wenn ich die Anzahl aktiver Lizenzen als Maß nutze, um KI-Adoption zu messen, dann aber das Ziel setze, diese Zahl zu verbessern, erfinde ich Maßnahmen, die für mehr aktive Lizenzen sorgen.
Da diese Maßnahmen nicht zwangsläufig auf das ursprüngliche Ziel zuarbeiten, wird der Messwert zur Tautologie: Die Anzahl der aktiven Lizenzen misst die Anzahl der Lizenzen, die ich verteilt habe.
Ich bilde mir immer ein, Manager sollten solche BI-Grundsätze verstehen. Vielleicht läuft das aber auch darauf raus, dass es schwer ist, jemandem was beizubringen, wenn sein Gehalt davon abhängt, es nicht zu verstehen.
Es geht tatsächlich nicht darum, dass wir einfach blind Lizenzen bestellen, sondern eher darum, dass ich es jetzt einsetzen soll. Ist zum Glück eher ein “Macht es und wir schauen, wie nützlich es ist”. Aber leider ist es so, dass ein bisschen generierter Code aus dem Chatbot nicht mehr reicht. Den nutze ich tatsächlich, um Zeit zu sparen, komplexe SQLs zu schreiben, oder um kleine Optimierungen zu erzeugen. Ein paar sinnvolle Einsatzzwecke habe ich gefunden.
Aber jetzt mehr agentische KI zu nutzen, und deutlich weniger Code zu schreiben, da bin ich mehr als skeptisch, ob das zielführend ist.
Alternativ: Sie verstehen es, und deswegen machen sie es.
Auch denkbar, aber für wahrscheinlicher (und aus Erfahrung zuteffender) halte ich es, dass die zahlengetriebene Entscheidungskultur (“If you can’t measure it, you can’t manage it”) das eigentliche Ziel aus den Augen verloren hat.
Eine Zahl ist knapper, ein Bild spricht die visuelle Informationsverarbeitung mehr an als eine textuelle Erklärung. Entsprechend verlockend ist es, sich an diesen Werten zu orientieren und u.U. Kontext zu unterschlagen.
Wenn meine Leistung als unteres oder mittleres Management nach diesen Zahlen beurteilt wird, hab ich den Druck, die Zahlen gut aussehen zu lassen.
Danke für dein Interesse!
(Das Interesse ist verpflichtend.)
Je öfter ich solche Sachen sehe, umso mehr denke ich, dass ich im Paradies gelandet bin. Mein Chef und fast all meine Kollegen sind kritisch ggü. KI eingestellt und niemand zwingt mich, es zu benutzen.
Mein vollstes Mitgefühl, diese ganze Scheiße (der Hype, die erzeugte Angst vor Jobverlust, die Belastung von Ressourcen) nervt einfach nur noch hart.
Du bist nicht allein!
Mein Beileid.
wenn die mich dazu zwingen wollen, spam ich halt die API bis zum rate limit
Oder ich lasse es einfach. Ich soll es nutzen, muss aber zum Glück nicht. Dann sparen sich alle das Geld für die Tokens.



