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22 days agoDie Prozesse würde ich nochmal als eigenes Problem beschreiben, deine häufigen Arztkontakte entspringen genau der wenigen Zeit, die man pro Patient hat. Aber im Grunde hast du vollkommen recht, dass häufig 1x15min 5x5min ersetzen würde. Impfen würde ich als Arzt aber auch nicht bei mir selbst machen, und nicht-Patientys oder Patenty-Eltern würde ich auch nicht behandeln.

Die Studie ist wirklich interessant und die erreichte Schmerzkontrolle und Opioid-Dosisreduktion sind außerordentlich stark. Allerdings fehlt der Discussion meiner Meinung nach etwas kritische Tiefe. Die erreichte HbA1c-Reduktion mit THC in potentiell kausale Verbindung zu bringen finde ich in diesem Studienkontext mit paralleler, nicht-kontrollierter antidiabetischer Therapie fast schon unseriös. Und eine so ausgeprägt Verbesserung, die dazu noch von den Autor:innen als moderat bezeichnet wird, hat natürlich auch Einfluss auf die Symptome, also Schmerz und Neuropathie.
Ich habe keine Erfahrung mit biomedicines als Journal, aber MDPI hat neben einigen seriösen Journals viele an der Grenze zu “predatory” im Programm.
Aus ärztlicher Sicht ist Cannabis auch garnicht so leicht einzusetzen. Das beginnt beim Chemovar, wo ja auch die Vibes deutlich ausgeprägt sind als die Datenlage und geht über in den extremen Einfluss der Einnahmetechnik auf die Pharmakokinetik und damit Wirkung, egal ob verdampft oder Extrakt. Dazu noch Interaktionen, Suchtgefahr, Einfluss auf Fahrfähigkeit usw… Alles nicht unlösbar und letztendlich schon hauptsächlich Aufgabe der Patentys, das richtige Mittel durch trial-and-error zu finden, aber es liegt halt in meiner Verantwortung.