Zwischen den Jahren trafen sich Nachbarn einer Sackgasse in Hamburg-Sasel zu einem spontanen „Tag des offenen Heizungskellers“. Auslöser war das jährliche Adventstreffen: Ein Nachbar hatte bereits Angebote für eine Wärmepumpe, ein anderer hatte sie schon installiert. Schnell entstand die Idee, Erfahrungen vor Ort zu teilen und weitere Anwohner mit fast 20 Jahre alten Gasheizungen schlossen sich an.
Was wir gelernt haben
- Wärmepumpen funktionieren auch im Altbau. Eine zusätzliche Dämmung ist meistens nicht nötig, entscheidend ist die Einzelfallbetrachtung.
- Beratung durch Fachleute ist wichtig. Eine Heizlastberechnung klärt, ob Heizkörper getauscht werden müssen, weil bei geringerer Vorlauftemperatur mehr Heizfläche nötig ist.
- Platzbedarf beachten. Pufferspeicher und Aufstellorte im Keller brauchen Raum; bei der Außengeräte-Position sind Abstände einzuhalten.
- Warum Wärmepumpen sparsamer sind. Nutzung von kostenloser Umweltenergie, niedrigere Vorlauftemperaturen und ein höherer Volumenstrom führen zu besserer Effizienz.
- Betriebsverhalten anpassen. Wärmepumpen mögen konstante Temperaturen; schnelles Aufheizen ist weniger effizient.
- Lautstärke überrascht positiv. Die installierte Anlage wurde von den Nachbarn als deutlich leiser empfunden als erwartet.

Innengerät einer Wärmepumpeninstallation und Pufferspeicher
Finanzierung und politische Rahmenbedingungen
In Hamburg ist die Kombination aus Bundesförderung und lokaler Förderung relevant: Die Bundesförderung liegt bei rund 30 Prozent, hinzu kommt eine IFB Hamburg Förderung, sodass sich Förderquoten von etwa 50 Prozent ergeben können. Bei der Entscheidung spielen außerdem steigende CO₂-Preise und mögliche zukünftige Stilllegungen von Gasnetzen eine Rolle, die langfristig Mehrkosten für verbleibende Gasnutzer bedeuten können. Höhere Anschaffungskosten einer Wärmepumpe sollten im Amortisationsvergleich immer auch gegen die Alternative einer neuen fossilen Heizung gerechnet werden.
Offene Fragen aus dem Treffen
- Wird die Bundesförderung in Zukunft bestehen bleiben?
- Ist Hamburg mit insgesamt rund 50 Prozent Förderung unter den Top-Förderregionen?
- Reichen die Förderungen aus, um die lokalen Klimaziele zu erreichen?
- Gibt es genug qualifizierte Handwerker für die notwendige Umrüstung?
Fazit
Das Treffen hat gezeigt: Vor-Ort-Besichtigungen und Erfahrungsaustausch sind sehr hilfreich, um Unsicherheiten abzubauen. Wer sich mit dem Thema Wärmepumpe beschäftigt, sollte Fachberatung einholen und die eigenen Rahmenbedingungen prüfen. In Hamburg bieten die Energielotsen eine kostenlose Erstberatung an
Einladung zum Austausch
- Welche Frage würdest du beim nächsten Tag des offenen Heizungskellers klären wollen?
- Möchtest Du Deine Kommune bei der Wärmewende unterstützen? Dann weise sie gerne auf den GermanZero Wärmeguide hin
- Teile deine Themen oder Erfahrungen in den Kommentaren.
Quellen
- KfW Merkblatt BEG Heizungsförderung Programm 458 https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Förderprogramme-(Inlandsförderung)/PDF-Dokumente/6000005131_M_458.pdf
- IFB Hamburg Erneuerbare Wärme https://www.ifbhh.de/foerderprogramm/waermepumpen

